Ennetbürgen startet erste lokale Elektrizitätsgemeinschaft auf Gemeindeebene

Die Gemeinde Ennetbürgen und das EWN führen Anfang November 2026 die lokale Elektrizitäts-gemeinschaft «EnnetbürgenStrom» ein. Als erste Gemeinde in Nidwalden nutzt Ennetbürgen damit das EWN-Modell «GemeindeStrom»: Solarstrom aus lokalen Photovoltaik-Anlagen wird direkt für zwölf Gemeindeliegenschaften genutzt. Das EWN übernimmt die Administration und Abrechnung. Weitere Stromproduzierende sowie Stromkundinnen und -kunden können eine Teilnahme über die EWN-Plattform prüfen.

Seit Anfang 2026 können Stromproduzierende, Stromkundinnen und -kunden sowie Speicherbetreibende eine lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) bilden und lokal erzeugten Strom miteinander teilen. Mit den beiden Modellen «QuartierStrom» und «GemeindeStrom» übernimmt das EWN die Organisation, Abrechnung und den laufenden Betrieb. Nach den ersten LEG auf Quartierebene startet Ennetbürgen nun als erste Gemeinde mit dem GemeindeStrom-Modell.

Solarstrom dort nutzen, wo er produziert wird

Der Gemeinderat hat im Juni 2026 die Gründung der beiden lokalen Elektrizitätsgemeinschaften beschlossen. Anfang November nehmen sie ihren Betrieb auf. Dadurch kann mehr Solarstrom von Ennetbürger Dächern direkt in der Gemeinde genutzt werden. «Mit der LEG schaffen wir Mehrwert für Ennetbürgen: Lokal produzierter Solarstrom bleibt in der Gemeinde, stärkt die Wertschöpfung vor Ort und setzt ein Zeichen für eine nachhaltige Energiezukunft», ist der Gemeinderat überzeugt. Gleichzeitig wird die lokale Eigenversorgung erhöht, und es besteht eine geringere Abhängigkeit von externen Lieferanten.

EWN übernimmt die gesamte Abwicklung

Die Gemeinde ist vorerst die zentrale Stromabnehmerin. Sie bezieht Solarstrom aus vier lokalen Photovoltaik-Anlagen – drei privaten und einer gemeindeeigenen – und nutzt ihn für zwölf Gemeindeliegenschaften mit einem jährlichen Stromverbrauch von rund 90’000 Kilowattstunden. «Mit ‹EnnetbürgenStrom› machen wir lokal produzierten Solarstrom für die Gemeinde sowie für weitere Interessierte einfach nutzbar. Das EWN stellt das Stromnetz zur Verfügung, übernimmt die technische und administrative Abwicklung und schafft damit die Voraussetzungen für einen unkomplizierten Betrieb der lokalen Elektrizitätsgemeinschaft», sagt Markus Christen, Leiter Markt beim EWN.

Teilnahme steht weiteren Interessierten offen

«EnnetbürgenStrom» steht allen Interessierten offen. Stromkundinnen und -kunden in Ennetbürgen können lokalen Solarstrom beziehen, auch wenn sie keine eigene Photovoltaik-Anlage besitzen. Produzentinnen und Produzenten erhalten für den eingespeisten Solarstrom eine Vergütung von 8 Rp./kWh. Für Bezügerinnen und Bezüger kostet der LEG-Solarstrom insgesamt 19.67 Rp./kWh inklusive Netznutzung und Abgaben. Den Preis für den innerhalb der LEG gehandelten Solarstrom legt die Gemeinschaft selbst fest. So profitieren Produzierende und Beziehende von transparenten und planbaren Konditionen. Abhängig von der Netztopologie gilt für die Netznutzung ein Rabatt von 20 oder 40 Prozent. Durch die prozentuale Reduktion wird auch ein Teil möglicher künftiger Erhöhungen der Netznutzungskosten abgefedert.

Interessierte können auf der EWN-Plattform prüfen, ob eine Teilnahme möglich ist, und sich über die nächsten Schritte informieren. «EnnetbürgenStrom» verbindet damit lokal produzierte erneuerbare Energie, regionale Wertschöpfung und eine einfache Abwicklung durch das EWN.

Ennetbürgen nutzt den Solarstrom aus der Gemeinde direkt vor Ort.